Von Yoga bis Flohmarkt: Der Dom wurde zum offenen Raum
19. Juni 2026
Der St. Petri-Dom Schleswig war leer: Zwei Wochen lang verwandelte sich der Dom in einen offenen Erlebnisraum für Kultur, Begegnung, Bewegung und Spiritualität.
Zum Auftakt am Montag, den 1. Juni, ab 18.30 erwartete die Besucherinnen und Besucher eine inklusive musikalische Eröffnungsfeier unter dem Leitgedanken „I have a dream“. Inspiriert von der berühmten Rede Martin Luther Kings standen Träume von Freiheit, Gerechtigkeit und Teilhabe im Mittelpunkt des Abends.
Mitwirkende waren unter anderem die Rock- und Popbands „The Orange Room“, „No Limits“ und „Trommelalarm“, alles Musikprojekte von und mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Stiftung Diakoniewerk Kropp.
Wer den Tag bewusst beginnen wollte, konnte das unter der Woche morgens mit Yoga oder beim Qigong tun und Raum für Ruhe, Bewegung und neue Energie finden. Auch gab es tägliche Mittagsandachten sowie eine Abendandacht „Segensraum“, die Gelegenheit gaben, innezuhalten und Kraft zu schöpfen.

Familien und Kinder bekamen ein abwechslungsreiches Angebot: Bei „Kinderträume“ konnten Kinder eine Menge entdecken: Sie konnten ihre eigenen kleinen Kerzen ziehen, sich als Ritter und Prinzessin verkleiden, Brettspiele sowie Spielgeräte ohne Ende ausprobieren und durch eine Bewegungslandschaft krabbeln. Auch Kinderkino in der Kanonikersakristei gab es und eine Vorlesestunde der Stadtbücherei rundete den Nachmittag ab.

Bewegung und Gemeinschaft verbanden sich aber auch besonders bei „Der Dom tanzt“. Gemeinsam mit „Tanzen an der Schlei e.V.“ konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam Line-Dance erleben, tanzen und auftreten – mitten im besonderen Ambiente des Doms.
Und auch beim Meditativen Tanzen fanden sich viele Tanzbegeisterte zusammen, die in gemeinsamen Kreistänzen die besondere Atmosphäre spürten.

Und natürlich öffnete der Dom auch musikalisch außergewöhnliche Klangräume: Die Wandelmatinée, die Chor-Orgel-Lounge sowie das deutsch-dänische Orgeldinner luden dazu ein, den Dom hörend neu zu erleben – mal konzentriert lauschend, mal entspannt liegend und eintauchend in Klang und Raum.

Aber auch zum Stöbern und Entdecken wurde eingeladen beim Großen Flohmarkt mit Kaffee und Kuchen oder diskurshafter bei der szenischen Lesung „Judas der Fromme“ mit Ivan Dentler.
Zum Abschluss wartete mit dem Fußball-Musical „Kick & Sing“ ein fröhlicher Familientag voller Musik, Aktionen und Begeisterung rund um die Fußball-WM. Nachdem das Mottolied „Kick & Sing“ als Ohrwurm blieb, konnte sich an der Torwand ausprobiert werden. Zum Abschluss bewiesen die Kinder der Turnsparte vom SV Schleswig auf der Airtrack ihr Können.

Darüber hinaus war der leere Dom täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet und lud zum Erkunden, Verweilen und Entdecken ein. Man konnte Klangspaziergänge und Mitmachaktionen wie „Echo im Raum“ oder „Resonanz-Raum“ machen oder mit kleinen Überraschungen aus der Tüte voller Entdeckungen den Dom erkunden.

Resümee:
Die vielfältigen Angebote luden Menschen unterschiedlichsten Alters und mit ganz verschiedenen Interessen ein, den Dom neu zu entdecken und auf ungewohnte Weise zu erleben.
Besonders erfreulich war, dass viele Besucherinnen und Besucher den Weg in den Dom fanden, die sonst eher selten oder gar nicht an kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen, wie sie selbst erzählten. Die Offenheit des Konzepts, die große Bandbreite der Angebote und die Möglichkeit, den leeren Dom auf neue Weise zu erfahren, stießen auf großes Interesse.
Die Resonanz auf das Projekt war überwiegend positiv. Viele Gäste äußerten ihre Begeisterung über die besondere Atmosphäre und die neuen Perspektiven auf den Kirchenraum. Zugleich gab es auch kritische Rückmeldungen und Anregungen, die zeigen, dass das Projekt Menschen bewegt und zum Nachdenken angeregt hat. Gerade diese unterschiedlichen Stimmen machen deutlich, dass FREItRAUM nicht gleichgültig ließ, sondern Gesprächsanlässe geschaffen und neue Erfahrungen ermöglicht hat.
So bleibt die Erinnerung an zwei intensive Wochen, in denen der Dom für viele Menschen zu einem offenen Raum für Begegnung, Kreativität, Gemeinschaft und Glauben wurde.
