Die Darstellung der Taufe Christi  ist nach einem Vorbild von Raffael aus den Loggien im Vatikan gestaltet.
Die Darstellung der Taufe Christi ist nach einem Vorbild von Raffael aus den Loggien im Vatikan gestaltet.© Jürgen Rademacher/Nordkirche

01. Juni 2021 von Antje Wendt

Das Fenster mit der Taufe Christi befindet sich am Ostende des Chores und nimmt daher eine besondere Position ein. Da es vom Bordesholmer Altar weitgehend verdeckt ist, wird es von vielen Dombesuchern kaum wahrgenommen.

Mit seiner großfigurigen Komposition ist es wie die beiden benachbarten Apostelfenster auf Fernsicht hin konzipiert. Dargestellt sind nur zwei Gestalten: Mit Hilfe einer Muschelhälfte gießt Johannes der Täufer soeben Wasser aus dem Jordan über das nach vorn gebeugte Haupt Christi.

Dieses biblische Motiv geht auf ein Werk eines bedeutenden Künstlers der Renaissance zurück, Raffael. Es gehört zu einem umfangreichen Programm von Wandgemälden, mit denen Raffael die sogenannten Loggien im Vatikan im Auftrag des Papstes ausschmückte. Wie die Vorbilder von Albrecht Dürer, nach denen mehrerer der Glasfenster im Dom gestaltet sind, wurden auch die Werke Raffaels im 19. Jahrhundert hoch geschätzt.

Die Restaurierung des Fensters mit der Darstellung der Taufe Christi wird jetzt gezielt durch die Evangelische Band unterstützt. Bischof Magaard bedankte sich für die Spende und erläuterte: „Über 2500 Fensterpatinnen und –paten haben uns schon dabei geholfen, diese große Aufgabe zu finanzieren und damit gezeigt, wie viel Anteil sie am Dom und seinen Schätzen nehmen. Es freut mich, dass sich auch die  Evangelische Band dieser Aktion anschließt und sich dafür das schöne Tauffenster ausgesucht hat. Die kunsthistorisch überregionale Bedeutung des Doms und seiner Fenster wird dadurch noch einmal besonders deutlich.“  

Scheckübergabe für die Finanzierung des Tauffensters
Vertriebsdirektorin Janett Köcher, Evanglische Bank, überreicht bei einem Besuch in Schleswig einen Scheck für die Restaurierung des Tauffensters im Schleswiger Dom. © Antje Wendt/Nordkirche

 „Den Dank geben wir von Herzen gern an unsere Kunden weiter, die mit dem Erwerb von Gewinnspar-Losen Spenden dieser Art und Größenordnung realisieren. Denn ein fester Teilbetrag des Erlöses ist gemeinnützigen, diakonischen Projekten wie diesem vorbehalten“, erklärt Janett Köcher von der Evangelischen Bank. Sie hat bei einer Besichtigung des Doms das Tauffenster im östlichen Chor entdeckt. Unter Berücksichtigung der pandemiebedingten Sicherheitsrichtlinien überreichte die Direktorin der EB-Vertriebsregion Nord am 2. Juni 2021 dem Bischof sowie Pastor Joerg Jackisch, Fundraising-Beauftragter in der Bischofskanzlei, im kleinen Kreis den symbolischen Spendencheck. Der Betrag stammt aus dem Gewinnsparen der EB – eine Kombination von Sparanlage, Gewinnchance und Gemeinnützigkeit.

Datum
01.06.2021
Quelle
Bischofskanzlei Schleswig
Von
Antje Wendt