Bischof Magaard: „Farbige Kirchenfenster sprechen Menschen besonders an“

Paten für die Schleswiger Domfenster gesucht

15. Mai 2020 von Antje Wendt

Schleswig. Im Rahmen der Schleswiger Domsanierung werden auch die 33 neugotischen Glasfenster restauriert. Für diese Maßnahme werden insgesamt ca. 750.000 € benötigt. Durch einen ersten Aufruf konnten dafür seit Herbst letzten Jahres über 160.000 € an Spendengeldern zusammengetragen werden. In einem zweiten Aufruf wirbt der Bischof jetzt darum, Fensterpatenschaften zu übernehmen.

„Mit den Spenden, die wir bisher erhalten haben, können wir das sogenannte `Paul-Gerhardt-Fenster´ sanieren. Es zeigt Szenen aus dem Leben des berühmten Kirchenlieddichters und Theologen. Dieses Fenster ist sehr stark beschädigt, so dass der Restaurierungsaufwand besonders hoch ist. Als Dankeschön werden unsere bisherigen Spenderinnen und Spender in den nächsten Tagen eine Urkunde erhalten“, erklärt Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Er fährt fort: „Viele unserer Dombesucherinnen und –besucher fühlen sich durch die farbigen Glasfenster und deren Wirkung im Kircheninneren angesprochen. Sie freuen sich über den kunstvollen Gesamteindruck, haben vielleicht durch ihre Familiengeschichte einen besonderen Bezug zu einem der Fenster oder ihnen ist eines der Fenster persönlich ans Herz gewachsen. Wir möchten Menschen gewinnen, die durch eine finanzielle Beteiligung an der Sanierung eine Patenschaft für die Fenster übernehmen. Ich freue mich, wenn die Glasfenster auf diese Weise eine große Schar an Unterstützerinnen und Unterstützern finden.“

Für eine Patenschaft stehen zunächst drei Fenster zur Auswahl. Sie zeigen Szenen aus der biblischen Geschichte der Arche Noah, das Pfingstwunder und Ritter Helmold von Plessen.

Der Aufruf wird in der Woche vor Pfingsten per Brief an einen ausgewählten Empfängerkreis gesandt. Interessenten, die  keine Post erhalten haben, dürfen sich gerne für weitere Informationen an die Bischofskanzlei (Tel.:04621 30700-20,
Mail spenden@bksl.nordkirche.de wenden.

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Hintergrund


Die farbige, bildreiche Neuverglasung der Domfenster war der krönende Abschluss der großen Dom-Renovierung Ende des 19. Jahrhunderts. Die Domfenster zeigen einerseits Darstellungen aus dem Leben Jesu, die sich an Bildvorlagen Albrecht Dürers orientieren. Dem gegenüber stehen Szenen der Glaubensgeschichte: Kain und Abel, Noah und die Sintflut, Martin Luther und die Reformation. Die Fenster sind von sehr hoher Qualität, viele von ihnen wurden im Königlichen Institut für Glasmalerei in Berlin-Charlottenburg gefertigt. Wappen und Namen in den Fenstern verweisen auf die damaligen Stifterinnen und Stifter. Nach 125 Jahren setzen Feuchtigkeit und Rost den Fenstern so stark zu, dass eine Restaurierung dringend erforderlich ist.